Oberpinzgau 2030: Wenn Viele brauchen und Wenige geben können

Geschrieben von Michael Sinnhuber. Gepostet in KOMM-BLEIB, Niedernsill, Veranstaltungen

Am 8. November 2012 fand im Samerstall in Niedernsill ein Vortragsabend mit dem Thema „Oberpinzgau 2030 – Wenn Viele brauchen und Wenige geben“ statt.

Die Referentin Frau Prof. Dr. Gerlind Weber führte als Expertin auf den Gebieten Raumordnungspolitik und Raumentwicklung die Zuhörer an das Thema demographische Entwicklung, Migration und die damit verbundenen raumordnerischen Herausforderungen heran, wobei der Bezug zur Region im Vordergrund stand. Im Anschluss an den Vortrag gab es eine offene Diskussion mit dem Publikum.

Demographische Entwicklung Land Salzburg

Oberpinzgau 2030 - Demographischer Wandel im Land SalzburgFrau Prof. Dr. Weber ging zunächst auf die demographischen Gegebenheiten im Land Salzburg ein und wies darauf hin, dass die Bevölkerungprognosen für die kommenden Jahrzehnte positiv ausfallen.

Gewinner & Verlierer der demographischen Entwicklung – Oberpinzgau verliert

Aber innerhalb der Region gibt es sogenannte Gewinnerräume und Verliererräume. Zu den Gebieten, die mit Abwanderung und Bevölkerungsschrumpfen zu tun haben, gehören nebem dem Lungau und dem Tennengau leider auch der Oberpinzgau.

Hier ist die lokale Politik mit selektiver Abwanderung konfrontiert, die hauptsächlich junge Frauen betrifft und ein unausgewogenes Verhältnis zwischen Alt und Jung sowie zwischen Männern und Frauen zurück lässt, was dann in der Konsequenz auch zu weniger Kindern in der Region führt.

Ebenfalls ist ein Trend der Abwanderung von über 75-Jährigen zu beobachten, die in die Städte ziehen. Dazu kommen die generell in Westeuropa zu beobachtenden Trends des Anstiegs der Zahlen von Kinderlosen, Singlehaushalten und einer „Überalterung“ der Gesellschaft.

Die Referentin wies darauf hin, dass viele Politiker bisher dieses leidige Thema gemieden haben und nur wenige Strategien verfolgt werden, um junge Familien wieder in diese Regionen zu locken.

Der demographische Wandel ist für Frau Prof. Dr. Weber eine Herausforderung, der man sich in Gemeinden und Regionen stellen muss. Sie plädiert dabei für die Entwicklung von kooperativen Lösungen, die gemeinsam in einer Region entwickelt werden.

Initiative Komm-Bleib als positives Beispiel der Regionalentwicklung

Die Initiative „Komm-Bleib“, die im Oberpinzgau einen Anfang darstellt, ist nicht nur eine Art Werbung für die Region, sondern auch ein Konzept des Rückbaus, des Umbaus, neuer Wohnformen und Neuerungen auf dem Arbeitsmarkt.

Durch Innovation und Anpassungsfähigkeit sollen Arbeitsplätze und attraktive Räume für Menschen aller Altersklassen geschaffen werden, die interaktiv und harmonisch zusammen passen. Dies umfasst nicht nur gut ausgebaute Internetnetze, ein Angebot von Kinderkrippen und betreutem Wohnen sondern auch scheinbar banale Dinge wie einen Pizzaservice.

Als problematisch ist jeweils die Tatsache zu nennen, dass all diese Maßnahmen selbstverständlich Geld kosten und das Leben auf dem Land somit auch teurer sein kann, als das Leben in der Stadt, wo die Infrastruktur sich aufgrund von deutlich mehr Nutzern eher „lohnt“.

Langfristiger Prozess der in den Köpfen beginnt

Abschliessend weist die Referentin darauf hin, dass es sich bei der Herausforderung durch den demographischen Wandel um einen langfristigen Prozess handelt, der gut durchdacht sein will, nach kreativen Ideen und nach möglichst sparsamen und effektiven Maßnahmen verlangt. Der Prozess beginnt in den Köpfen und im Oberpinzgau hat die Entwicklung bereits begonnen.

 

Der sehr interessante Vortrag ist unter
Oberpinzgau 2030 – Wenn Viele brauchen und Wenige geben können – Präsentation
abrufbar.

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Michael Sinnhuber

Michael SinnhuberPräsentationsoptimierer & Prezi Superheld, also solches Gründer & GF von http://mcprezi.com, einer Agentur für Präsentation & Prezi. Außerdem Gründer und Geschäftsführer von "mcsinn - sinnvolles online marketing" und gebürtiger Oberpinzgauer (Mittersill)! Obwohl ich mit 19 zum Studium nach Wien übersiedelt bin, habe ich stets engen Kontakt zu meiner Pinzgauer Heimat gehalten und intensiviere diesen seit meinem Sprung in die Selbstständigkeit wieder von Monat zu Monat. Dieser Blog ist mein persönlicher Beitrag zur Initiative KOMM-BLEIB, die vom Regionalverband Oberpinzgau zum Kampf gegen Landflucht & Fachkräftemangel ins Leben gerufen wurde.

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